Simon Schempp beim Biathlon auf Schalke 2016

Anfang März findet in Korea der nächste Weltcup statt. Der DSV hat insgesamt zehn Athletinnen und Athleten für die Rennen in Pyeongchang nominiert. Vanessa Hinz und Simon Schempp werden krankheitsbedingt die Reise nach Korea nicht antreten. Für Franziska Preuß, die die Saison frühzeitig beendet hat, rückt Denise Herrmann ins Weltcup-Team. Bei den Herren komplettieren Florian Graf und Roman Rees die Mannschaft für Korea. Für Laura Dahlmeier rückt der Sieg des Gesamtweltcups in greifbare Nähe.

Das DSV-Aufgebot für den Weltcup in Poyengchang :

Damen
– Laura Dahlmeier (SC Partenkirchen)
– Maren Hammerschmidt (SK Winterberg)
– Denise Herrmann (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal)
– Franziska Hildebrand (WSV Clausthal-Zellerfeld)
– Nadine Horchler (SC Willingen)

Herren
– Benedikt Doll (SZ Breitnau)
– Florian Graf (WSV Eppenschlag)
– Erik Lesser (SV Eintracht Frankenhain)
– Arnd Peiffer (WSV Clausthal-Zellerfeld)
– Roman Rees (SV Schauinsland)

Aktuelle Statements der Athleten

Gerald Hönig, Bundestrainer Biathlon Damen
„Wir werden in Korea wohl noch ein paar Nachwehen der WM spüren. Die zwei Wochen in Hochfilzen waren hart, die lange Reise nach Pyeongchang und die Zeitumstellung werden es auch. Vanessa Hinz ist nach der WM leider erkrankt und wird nicht am Start sein. Wir wünschen ihr gute Besserung und hoffen, dass sie in Kontiolahti wieder zur Mannschaft stoßen kann. Laura hat ihr Ziel, bei der WM in Bestform zu agieren, erreicht. Jetzt ist sie bereit, sich mit dem Gesamtweltcup auseinanderzusetzen. Allerdings ohne Druck. Sie hat in Hochfilzen alles gegeben, jetzt müssen wir erst mal sehen, wie viele Körner noch übrig sind.

Da Franziska Preuß die Saison frühzeitig beendet hat, bekommt Denise Herrmann die Chance, sich erneut mit den Besten zu messen. Sie hat im IBU-Cup zuletzt sehr gute Ergebnisse erzielt und ist auch läuferisch wieder da, wo man sie erwarten kann. Sie soll dazu lernen und sich auf Weltcup-Level weiterentwickeln.

Natürlich möchten wir in Pyeongchang an unsere guten Ergebnisse anknüpfen. Zusätzlich nutzen wir die Möglichkeit, uns ein Bild von den zukünftigen olympischen Strecken und vom Schießstand zu machen. Vor allem für die Techniker ist es wichtig, jetzt schon mal die Bedingungen und die
Schneebeschaffenheit vor Ort in Augenschein zu nehmen und Erfahrungen zu sammeln.“

Laura Dahlmeier
„Nach der WM habe ich erst einmal ein wenig Zeit für mich gebraucht. Ich war ein paar Mal zu Fuß und auf Ski in der Natur unterwegs und habe versucht, mich aktiv zu erholen. Ich hatte zwar keine Termine, aber natürlich bin ich an jedem Tag in irgendeiner Weise an die WM erinnert worden. Allein schon, wenn ich die Zeitung aufgeschlagen habe. Komplett abschalten konnte ich da nicht. Aber das ist auch völlig ok gewesen. Auf diese Weise habe ich die zwei Wochen in Hochfilzen auch noch einmal für mich selbst ein wenig einordnen können. Einen großen Empfang oder eine WM-Party gab es noch nicht. Meine Familie und Freunde kennen mich und wissen, dass ich dafür noch nicht den Kopf frei habe. Wir sind noch mitten in der Saison. Zum Feiern bleibt dann im April noch Zeit. Aber mein Opa hatte Geburtstag und das haben wir gleich verbunden, um uns gemeinsam mit der ganzen Familie zusammenzusetzen. Das war genau richtig. Denn jetzt liegt der Fokus nochmal voll auf dem Weltcup.

Vor allem die nächste Woche wird für mich spannend. Ich war noch nie bei einem Weltcup in Asien. Und ich finde es eigentlich immer schön, wenn ich mal wieder etwas Neues sehen und neue Orte kennenlernen darf. Klar habe ich auch im Hinterkopf, dass dort in einem Jahr die Olympischen Spiele sein werden. Da schaut man sich alles vielleicht noch ein wenig genauer und bewusster an. Aber letztendlich wird das Hauptaugenmerk darauf liegen, wieder in jedem Rennen eine gute Leistung zu bringen.

Es ist ja kein großes Geheimnis, dass ich in der Gesamtwertung ganz gut liege. Von daher versuche ich natürlich alles, um am Ende der Saison auch im Gesamtweltcup ganz oben zu stehen. Aber ich werde ganz sicher nicht nach jedem Rennen mit dem Taschenrechner da sitzen und irgendwelche Hochrechnungen machen. Das können andere tun. Ich beschäftige mich dann damit, wenn alle Wettbewerbe gelaufen sind. Noch haben wir sieben Einzel-Rennen, da kann noch viel passieren. Und ich bitte auch um Verständnis, dass ich deshalb nicht nach jedem Rennen die gleiche Frage zum Gesamtweltcup beantworten möchte.“

Mark Kirchner, Bundestrainer Biathlon Herren
„In der Woche nach den Weltmeisterschaften stand die Regeneration im Vordergrund. In Korea haben wir vor dem ersten Wettkampf vier Tage Zeit, die Spannung für die letzten drei Weltcup-Stationen wieder hochzufahren.
Jeder will für sich noch einmal gute Rennen abrufen. Unser Ziel als Mannschaft ist es, den Nationencup zu sichern. Den hatten wir schon lange nicht mehr in unseren Reihen. Derzeit liegen wir in Führung und es wäre schön, wenn das bis Oslo so bliebe. Wir hoffen natürlich, dass wir Simons krankheitsbedingten Ausfall kompensieren können und er in Konthiolahti wieder zu uns stoßen wird.
Die Anlage ist für alle, bis auf Arnd, neu. Er war schon 2009 bei der WM in Pyoengchang am Start und hat dort zweimal Bronze gewonnen. Es wurde etwas an der Strecke gearbeitet, aber es hat sich nichts Gravierendes geändert. Sie hat ein schnell wechselndes Profil mit straffen Anstiegen und schnellen Abfahrten.

Interessant wird es, sich auf die Zeiten einzustellen. Die Wettkämpfe sind gegen 20 Uhr Ortszeit angesetzt. Wenn man die Zeitverschiebung einbezieht, sind das unsere normalen Wettkampfzeiten aus Mitteleuropa. Wir haben vor, in ‚unserer’ Zeit zu bleiben. Wir werden morgens lange schlafen, den Mittag als Frühstückszeit nutzen und abends, auch bedingt durch die Rennen, länger aufbleiben. Dann fällt später die Umstellung auf Kontiolahti nicht so schwer.“

Simon Schempp
„Dass ich jetzt nicht mit nach Korea fliegen konnte, ist natürlich ärgerlich. Unabhängig davon, dass es immer schade ist, wenn man ein Rennen nicht mitmachen kann, hätte ich dort natürlich gerne ein paar positive Erfahrungen sammeln wollen. Es wäre sicherlich nicht verkehrt gewesen, die olympischen Strecken und Stadien schon mal etwas genauer zu inspizieren. Aber nachdem ich am Donnerstag bereits Halsschmerzen bekommen habe, musste ich am Samstag dann endgültig für die Reise absagen. Es hätte einfach keinen Sinn gemacht, sich halbkrank in den Flieger zu setzen. Jetzt hoffe ich, dass ich schnell wieder fit werde, damit ich dann in Finnland wieder mit dabei sein kann.

Zum Feiern bin ich nach dem WM-Titel nicht wirklich gekommen. Am Sonntag Abend ging es gleich direkt von Hochfilzen nach Ruhpolding. Montag und Dienstag war dann erst einmal Ruhe und Regeneration angesagt. Ab Mittwoch habe ich wieder ganz normal mit dem Training abgefangen. Die große Party holen wir dann nach der Saison nach. Die WM-Tage waren doch ziemlich anstrengend und wir haben schließlich noch harte Weltcup-Wochen vor uns. Klar ist es schön, wenn man das große Ziel erreicht hat. Es ist aber auch nicht so, dass ich jetzt über Nacht ein anderer Mensch geworden bin oder sich mein Leben komplett verändert hat.“