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Martina Glagow und Michael Greis siegen in toller Atmoshäre: "Das war gigantisch"
35.180 Zuschauer in der ausverkauften Arena AufSchalke haben ein deutsches Paar förmlich zum Sieg gebrüllt: Martina Glagow und Michael Greis gewannen in einem packenden Finale die Veltins Biathlon World Team Challenge und sicherten sich somit das Preisgeld von 10.000 Euro und einen Ford Fiesta der Fa. Mohag.

40:30,7 Minuten benötigten der 26-Jährige aus Nesselwang und seine drei Jahre jüngere Partnerin aus Mittenwald für das Einladungsrennen, in dem elf Runden à 1,1 Kilometer (12,1 km Gesamtlänge) zurückzulegen waren. Auf den Plätzen folgten das russische Paar Albina Akhatova und Victor Maigourov mit 25,8 Sekunden Rückstand sowie die finnische Kombination Sanna-Leena Perunka und Vesa Hietalahti mit 49,9 Sekunden Rückstand.

Für die Biathleten war die Veltins Biathlon WTC, die zum ersten Mal in einem Stadion stattfand, ein bisher noch nicht da gewesenes Erlebnis. Vor allem die Zuschauer, die die Paare in dem Mixel-Staffel-Wettbewerb mit stehenden Ovationen und in einer unheimlichen Lautstärke anfeuerten, sorgten für eine Gänsehautatmosphäre in der Arena AufSchalke, in der sonst der FC Schalke 04 zuhause ist. "Wir kennen Biathlon in Oberhof, wo 10.000 Zuschauer hinkommen, und dachten, dass die schon laut seien. Und dann läufst du hier ins Stadion und dir bleibt die Luft weg. Das war gigantisch, so toll hätte ich mir das nicht vorgestellt", war Martina Glagow hinterher aus dem Häuschen. Dabei war die 23-Jährige erst kurzfristig für die erkrankte Uschi Disl eingesprungen. Und auch Michi Greis war eigentlich "nur" 2. Wahl. Sven Fischer war ursprünglich vorgesehen, doch er hatte bereits im September entschieden, nicht in Gelsenkirchen zu starten.

Zur Wahnsinnsstimmung in der Arena hat auch der packende Rennverlauf beigetragen. Zunächst schienen Akhatova/Maigourov nicht zu schlagen. Bis zu 50,6 Sekunden betrug ihr Vorsprung. Doch als Maigourov beim Schießen nach der achten Runde die Nerven versagten (drei Fehlschüsse und dreimal Nachladen) und Greis eine Fünfer-Serie hinlegte, schmolz der Rückstand der Deutschen auf nur noch 6,6 Sekunden dahin. In der nächsten Runde übernahm Glagow dann nach dem Schießen die Führung, die Greis in den letzten zwei Runden noch ausbaute. "Martina hat den Grundstein für den Erfolg gelegt, denn auch ich habe einige Male nachladen müssen", lobte der Allgäuer seine Partnerin. Trotz des verspielten Siegs war auch Victor Maigourov hinterher nicht enttäuscht. "Unsere Führung war für mich überraschend. Am Ende waren meine Beine müde und mir fehlte die Kondition fürs Schießen. Aber die Zuschauer waren super, so etwas kenne ich sonst nur vom Fußball", sagte der 33-Jährige dreimalige Weltmeister, der immerhin seit 1989 am Weltcup teilnimmt. Nur auf dem siebten Platz landete der Norweger Ole-Einar Björndalen, vierfacher Olympiasieger von 2002. Dennoch war auch er zufrieden. "Es war fantastisch. Besonders beim Schießen spürte man den Druck, der durch die Zuschauer aufgebaut worden ist. Doch gerade am Schießstand war unser Team nicht in Topform. Es war dennoch schön zu laufen. Ich komme gerne hierhin zurück."

Janez Vodicar, der Renndirektor der Internationalen Biathlon-Union (IBU), sah den Entschluss, mit der populären Wintersportart auch ins Flachland in die Heimat der Fans zu gehen, als wegweisende Entscheidung. "Die Veltins WTC in der Arena AufSchalke war ein wichtiger Schritt für unseren Sport. Wir werden in der IBU weiter in diese Richtung gehen.. Ich sehe es sogar als möglich an, einen Weltcup-Wettbewerb hier neu zu schaffen. Mein Kompliment gilt Schalke 04 als Veranstalter." Beeindruckt waren die Biathlon-Experten auch davon, dass man "auf Schalke" dank des unermüdlichen Einsatzes des Veltins-alpincenters in Bottrop mit 3000 Kubikmetern Kunstschnee eine ordentliche Loipe präparieren konnte. Denn das Wetter stellte mit Temperaturen von 11 Grad und immer wieder einsetzendem Regen den "Schneemännern" die allerschwierigste Aufgabe.

Dass die Veltins WTC 02 keine einmalige Angelegenheit bleiben soll, darüber waren sich nach dem großen Erfolg und dem tollen Zuspruch alle Beteiligten einig. "Biathlon in der Arena war ein absoluter Volltreffer, es hat alles übertroffen, was wir uns vorher erhofft haben", freute sich Rudi Assauer, Manager des FC Schalke 04 und Geschäftsführer der Arena-Betriebsgesellschaft. "Ich habe außerhalb des Fußballs noch nie so eine Begeisterung bei einer Sportart in einem so großen Stadion erlebt. Wir wollen den Wettbewerb zu einer festen Einrichtung in unserem Veranstaltungskalender machen. Mein Dank gilt dem Publikum und allen, die zum Gelingen der Veltins WTC beigetragen haben."

Ergebnisse der Veltins Biathlon World Team Challenge 2002

Hauptrennen

1. Martina Glagow/Michael Greis (Deutschland) 40:30,7
2. Albina Akhatova/Victor Maigourov (Russland) + 25,8
3. Sanna-Leena Perunka/Vesa Hietalahti (Finnland) + 49,9
4. Olga Pyleva/Pavel Rostovtsev (Russland) + 55,0
5. Andrea Henkel/Frank Luck (Deutschland) + 58,3
6. Katrin Apel/Peter Sendel (Deutschland) + 1:21,0
7. Gunn Margit Andreassen/Ole Einar Björndalen (Norwegen) + 1:35,8
8. Olga Nazarova/Alexei Aidarov (Weißrussland) + 1:57,6
9. Kati Wilhelm/Ricco Gross (Deutschland) + 2:26,4
10. Florence Bavarel-Robert/Vincent Defrasne (Frankreich) überrundet
11. Nathalie Santer/Wilfried Pallhuber (Italien) überrundet
12. Evelyn Hanevold/Halvard Hanevold (Norwegen) überrundet

Shoot-Out

1. Peter Sendel (Deutschland)
2. Andrea Henkel (Deutschland)
3. Vincent Defrasne (Frankreich)

Prominentenrennen

1. Peter Oser-Veltins/Benedikt Basedow
2. Carsten Fischer/Carsten Pieper
3. Frank Rost/Christian Strack
4. Jürgen Hingsen/Christoph Knie
5. Thomas Domian/Jerome Roitsch
6. Marc Girardelli/Kirstina Schneider
7. Frank Busemann/Philipp Hester
8. Willi Thomczyk/Dominik Wick

 
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