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Nach fünf von insgesamt neun Weltcupstationen des Biathlons-Weltcups ist der Kampf um die Spitze noch immer offen. Die Chancen der deutschen Herren, sich in der Gesamtwertung noch einen Platz auf dem Podest zu sichern, sind nicht zuletzt aufgrund von Simon Schempps Erkrankung deutlich gesunken. Deutlich besser sieht es hier bei den Damen aus. Vor allem Laura Dahlmeier und Franziska Hildebrand befinden sich in Schlagweite zu den Weltcupführenden.

Simon Schempp startete vielversprechend

Schon zu Beginn der Saison im schwedischen Östersund begann Deutschlands Weltcuphoffnung Simon Schempp mit einer starken Leistung im 20-Kilometer-Rennen und sicherte sich den 2. Platz, konnte diesen ersten Saisonerfolg aber schon bei der kommenden Weltcupstation in Hochfilzen toppen. Im österreichischen Wintersportort belegte Schempp im Verfolgerrennen den 2. Platz und krönte seine hervorragende Leistung mit dem Sieg im Sprint. Im slowenischen Pokljuka, der dritten Weltcupstation, konnte sich der Silbermedaillengewinner von Sotschi über zwei weitere Siege freuen. Nach fehlerfreiem Schießen und starken Laufleistungen in der Loipe gewann Schempp sowohl im Sprint als auch im Verfolgerrennen. Doch anschließend folgte der große Dämpfer: Krankheitsbedingt konnte Schempp bei den folgenden Rennen nicht teilnehmen und bestritt erst am 16. Januar in Ruhpolding sein erstes Rennen im neuen Jahr und liegt derzeit auf dem 7. Platz der Weltcupgesamtwertung. Zweitbester Deutscher ist Andreas Birnbacher, der auf dem 11. Platz liegt, dicht gefolgt von Benedikt Doll auf Platz 13.

Laura Dahlmeier und Franziska Hildebrand seit Hochfilzen in Topform
Im Gegensatz zu Simon Schempp starteten die Damen etwas leiser in den Weltcup. Einzig Franziska Hildebrand schaffte beim Auftakt in Östersund den Sprung auf das Podest und sicherte sich den 3. Platz. Franziska Preuss fuhr dank guter Leistungen zwei Plätze unter den Top 10 ein (Platz 4 im Sprint und Platz 6 im Verfolgerrennen). Ab Hochfilzen hagelte es dann aber vor allem für Laura Dahlmeier und Franziska Hildebrand Siege und Podestplätze. Bei den folgenden zehn Einzelrennen schaffte Dahlmeier sechs Mal den Sprung auf das Treppchen, Hildebrand insgesamt fünf Mal. Beide siegten zusammen ganze sechs Mal und können sich damit berechtigte Hoffnungen auf eine Topplatzierung im Gesamtweltcup machen. Mit Vanessa Hinz und Maren Hammerschmidt befinden sich zudem zwei weitere Athletinnen in Schlagdistanz zur Top 10 des Gesamtweltcups.

Fourcade und Soukalova führen Gesamtweltcup an
An der Spitze des Weltcupklassements finden sich derzeit zwei wohlbekannte Namen wieder. Vorjahres Gesamtsieger Martin Fourcade (655 Punkte) aus Frankreich führt die Rangliste dank hervorragender Rennleistungen mit einem deutlichen Vorsprung von insgesamt 187 Punkten vor Tarjei Boe (468 Punkte) auf Platz zwei und Emil Hegle Svendsen (465 Punkte) aus Norwegen an. Bei den Damen liegt die Tschechin Gabriela Soukalova (611 Punkte) vor Französin Marie Dorin Habert (538 Punkte) dicht gefolgt von Franziska Hildebrand (520 Punkte) und Laura Dahlmeier (485 Punkte) in Front.

Die Staffelwertung der Damen führt Italien (108 Punkte) aufgrund der Mehrzahl von ersten Plätzen vor Deutschland (108 Punkte) und der Ukraine (108 Punkte) an. Bei den Herren liegt das russische Team (114 Punkte) vor Norwegen (114 Punkte) und Österreich (91 Punkte). Deutschland folgt auf dem 5. Platz und ist mit insgesamt 80 Punkten immer noch in Schlagdistanz.

Die nächsten Stationen des Weltcups sind schon in dieser Woche Antholz-Anterselva in Italien, Anfang Februar folgen dann die Rennen in Canmore, Kanada. Vom 11. bis 14. Februar ist der Biathlon-Weltcup dann zu Gast in Presque Isle, USA, bevor abschließend das große Weltcup-Finale im russischen Khanty-Mansiysk stattfindet (17. bis 20. März).