Das Biathlon-Wochenende in Canmore

Am vergangenen Wochenende meldete sich der Biathlon-Weltcup erstmals seit 22 Jahren aus Kanada und jeder, der aufgrund der Zeitverschiebung die DSV-Athleten zu ungewöhnlicher Zeit anfeuern musste, wurde mit packenden Rennen belohnt. Vor allem die deutsche Mixed-Staffel sorgte beim Rennen am späten Sonntagabend für ein sportliches Ausrufezeichen.

Den Beginn machten allerdings schon am Donnerstag die Herren und starteten mit dem Sprint-Rennen. Einmal mehr war es Martin Fourcade, der die Konkurrenz hinter sich ließ und mit einer überragenden Leistung an die Spitze fuhr. Ohne Schießfehler und mit einer Spitzenleistung in der Loipe ließ der Weltcupführende seine Verfolger hinter sich und verwies Anton Shipulin auf den 2. Platz und Simon Schempp auf Rang 3. Alle anderen DSV-Starter verpassten den Sprung in die Top Ten und so landete Arnd Peiffer auf dem 11. Platz, Erik Lesser auf dem 12. und Benedikt Doll auf dem 28. Rang. Beim Sprint-Rennen der Damen am Freitag verpassten die DSV-Starterinnen die absoluten Spitzenplätze. Franziska Preuß wurde beste Deutsche und fuhr am Ende bis auf Platz 6 vor, Laura Dahlmeier landete nach den 7,5 Kilometern auf Rang 16.

Dorothea Wierer dominiert, Benedikt Doll überrascht
Besser wurde es am darauffolgenden Samstag beim Massenstartrennen. Zwar reichte es auch diesmal nicht für einen Podestplatz für die Biathlon-Damen, doch sicherten sich mit Franziska Hildebrand (Platz 5), Laura Dahlmeier (Platz 7) und Miriam Gössner (Platz 8) insgesamt drei Deutsche einen Platz unter den Top Ten. Nicht zu schlagen war an diesem Tag die Italienerin Dorothea Wierer, die dank ihrer sicheren und blitzschnellen Schussserien ihre Konkurrentinnen wortwörtlich stehen ließ und bei schwierigen Wetterbedingungen nur einen Schuss danebensetzte. Auf Platz 2 folgte die Französin Marie Dorin-Habert, den 3. Rang belegte am Ende die Gesamtweltcup-Führende Gabriela Soukalova.

Beim Massenstart der Herren sorgte am selben Tag DSV-Starter Benedikt Doll für eine Überraschung. Bei widrigen Windbedingungen zeigte der Breitenauer eine herausragende Leistung und konnte sich dank einer phänomenalen Schlussrunde Hoffnungen auf den Sieg machen. Doch am Ende war der Überraschungsführende Dominik Windisch aus Italien das eine Quäntchen schneller und siegte mit einem Abstand von 4,1 Sekunden vor dem Deutschen. Dritter wurde der Franzose Quentin Fillon Maillet. Zweitbester Starter aus Deutschland wurde Arnd Peiffer, der unter die Top Ten fuhr und sich den 8. Platz sicherte.

Erik Lesser verschießt Podestplatz beim Single-Mixed-Rennen
Der Sonntag, der letzte Weltcuptag am Fuße der Rocky Mountains, stand ganz im Zeichen der Mixed-Rennen. Den Anfang machte der Single-Mixed-Wettbewerb, bei dem Luise Kummer und Erik Lesser für Deutschland in die Loipe gingen.

Bis zum letzten Schießen sah es für das DSV-Duo danach aus, als könnte der Sprung auf das Podest gelingen. Dank guter Leistungen am Schießstand und in der Loipe befanden sich Luise Kummer und Erik Lesser zu diesem Zeitpunkt auf Rang zwei der noch sehr jungen Disziplin des Biathlon-Weltcups, die auch bei der Biathlon World Team Challenge in der VELTNIS Arena bereits seit 2001 durchgeführt wird. Bei der letzten Schussserie leistete sich Erik Lesser dann aber nicht nur drei Nachlader, sondern musste zudem einmal in die Strafrunde und büßte so sehr viel Zeit ein. Dies machte sich der Österreicher Simon Eder dank einer schnellen und sicheren Schussfolge zunutze und zog locker am Deutschen vorbei.

Am Ende wurde das DSV-Team nahezu durchgereicht und belegte letztlich mit einem Rückstand von 1:29,5 Minuten den 7. Platz. Den Sieg sicherte sich erwartungsgemäß das französische Spitzenduo Marie Dorin Habert und Martin Fourcade, das sich auch beim Biathlon auf Schalke 2015 in genau diesem Wettbewerb souverän durchsetzen konnte. Auf Platz 2 und 3 folgten Österreich und Norwegen.

Deutsches Staffel-Quartett fährt allen davon
Für ein absolutes Ausrufezeichen sorgte dann am Ende des letzten Wettkampftages in Kanada die deutsche Mixed-Staffel. Mit einer souveränen Leistung deklassierte das DSV-Quartett die Konkurrenz und konnte am Ende einen ungefährdeten Sieg in Canmore feiern. Mit nur einem Nachlader übergab DSV-Startläuferin Franziska Hildebrand als Dritte an Franziska Preuß, die nach dem ersten Schießen in Front ging. Diese Führung konnte die 21-Jährige bis zur Übergabe an Arnd Peiffer behaupten und schickte diesen mit einem Vorsprung von über 20 Sekunden ins Rennen.

Der Mixed-Staffel-Weltmeister von 2010 holte alles aus sich raus, schoss schnell, sicher und fehlerfrei und gab sich auch in der Loipe keine Blöße. Mehr als eine Minute schoss und fuhr er so heraus und übergab mit diesem deutlichen Polster auf Schlussläufer Simon Schempp, der nun ein einsames Rennen an der Spitze des Feldes lief. Verfolger Italien und Norwegen kämpften nur noch um die Ränge 2 und 3. Am Ende blieb auch Simon Schempp bei den Schießeinheiten fehlerlos und fuhr einem ungefährdeten Sieg der deutschen Staffel entgegen. Italien sicherte sich vor Team Norwegen den 2. Platz.