Vanessa Hinz & Simon Schempp

Starke Leistung des deutschen Herrenquartetts beim Weltcuprennen in Antholz. Am Ende musste sich die Staffel bestehend aus Erik Lesser, Benedikt Doll, Arnd Peiffer und Schlussläufer Simon Schempp nur dem russischen Team geschlagen geben.

Deutsche Herren-Staffel holt 2. Platz in Antholz
Startläufer Erik Lesser lieferte eine starke Leistung ab und übergab mit einem Vorsprung von 7 Sekunden auf Slowenien und 12 Sekunden auf Italien an Benedikt Doll. Dieser lieferte sich ein spannendes Rennen mit dem Italiener Lukas Hofer, büßte aber aufgrund eines Fehlschusses beim zweiten Schießen einige Platzierungen ein. Mit einem Rückstand von 38 Sekunden übergab er als Vierter an Arnd Peiffer. Dank einer guten Laufleistung und einer ruhigen Hand beim Liegend- und Stehendschießen konnte Peiffer, ohne in die Strafrunde zu müssen als Drittplatzierter an Simon Schempp übergeben. Zum Zeitpunkt des Wechsels betrug der Rückstand auf die führenden Norweger knapp 33 Sekunden, auf die zweitplatzierten Russen nur rund 5 Sekunden.

Doch schon beim ersten Schießen zeigte Schempp sein ganzes Können, schoss schnell und fehlerfrei, konnte den Abstand zum Führungsduo verkürzen und überholte zunächst den Russen Anton Schipulin. Beim zweiten Schießen zeigte der norwegische Spitzenreiter Nerven und konnte von Schipulin und Schempp überholt werden. Die Entscheidung sollte also in der Loipe fallen. Doch genau hier hatte Simon Schempp Pech. Als er zum Überrunden eines japanischen Athleten ansetzte, versperrte dieser ihm den Weg und behinderte den Deutschen so bei der Weiterfahrt. Pech für Deutschland, Glück für Russland, das sich am Ende den Sieg in Antholz vor dem deutschen Quartett sicherte.

Ersatzgeschwächte Damen-Staffel chancenlos
Enttäuschend verlief das Staffelrennen hingegen bei den Damen. Da Maren Hammerschmidt und Laura Dahlmeier aufgrund einer Erkältung fehlten, ging das deutsche Staffelteam ersatzgeschwächt an den Start. Startläuferin Karolin Horchler begann nervös, musste beim ersten Schießen drei Mal und beim zweiten Schießen zwei Mal nachladen und büßte so mächtig Zeit ein. Miriam Gössner ging mit knapp einer Minute Rückstand als zweite Läuferin ins Rennen, bleib beim ersten Schießen fehlerfrei, musste nach dem zweiten Anschlag allerdings in die Strafrunde und übergab auf Rang 13 liegend an Vanessa Hinz.

Eine große Hypothek für die dritte Starterin des deutschen Teams. Doch beim ersten Schießen behielt die Athletin aus Schliersee die Nerven und bliebt fehlerfrei, musste dann aber beim Stehendanschlag dreimal nachladen und dennoch einmal in die Strafrunde. Das bedeutete einen großen Rückstand für Schlussläuferin Franziska Hildebrand, die bei beiden Schießen alle Scheiben abräumte und so etwas Zeit gut machen konnte. Am Ende hieß es für das ersatzgeschwächte deutsche Damenteam Platz 10, den Sieg in Antholz sicherte sich das französische Team vor Tschechien.

Deutsche Damen verfehlen im Sprint und der Verfolgung Topplätze
Auch beim Sprint- und Verfolgungsrennen konnten die deutschen DSV-Starterinnen nicht an die bisherigen Saisonerfolge anknüpfen. Zu viele Schießfehler sorgten beim 7,5-Kilometer-Sprint für am Ende ernüchternde Resultate. Als einzige Deutsche konnte sich Miriam Gössner dank einer starken Laufleistung den 10. Platz sichern. Zweite DSV-Läuferin wurde Franziska Hildebrand auf Platz 19, konnte ihre Führung im Sprintweltcup allerdings verteidigen. Die dritte deutsche Starterin Karolin Horchler belegte am Ende den 50. Platz und qualifizierte sich damit noch für die Verfolgung, welche Vanessa Hinz mit Belegung des 70. Platzes deutlich verpasste. Den Sieg im Sprint sicherte sich überraschend die Russin Olga Podtschufarowa.

Beim Verfolgungsrennen am Samstag dominierte wieder eine Russin. Diesmal war es die Einzelweltmeisterin Jekaterina Jurlova, die sich den zweiten Weltcupsieg in ihrer Karriere sicherte. Enttäuschend hingegen das Abschneiden der deutschen Starterinnen. Auf dem 20. Rang wurde Miriam Gössner beste DSV-Athletin, Karolin Horchler wurde 26., Franziska Hildebrand belegte den 27. Platz.

Simon Schempp holt sich Sprint-Hattrick in Antholz
Nach 2014 und 2015 sichert sich Simone Schempp in diesem Jahr den dritten Sieg in Folge beim Sprintrennen in Südtirol. Nach seiner erkältungsbedingten Zwangspause und dem 6. Platz beim Massenstart in Ruhpolding fand der 27-Jährige zu alter Form zurück und zeigte sowohl am Schießstand als auch in der Loipe eine hervorragende Leistung. Am Ende betrug sein Vorsprung auf den zweitplatzierten Russen Maxim Zwetkov knapp 6 Sekunden. Dritter wurde Tarje Boe aus Norwegen. Arnd Peiffer belegte als zweitbester deutscher Starter den 9. Rang, zwei Plätze dahinter folgte Benedikt Doll. Erik Lesser belegte am Ende Platz 35.

Schempps letzter Schuss entscheidet Verfolgung
Simon Schempp ging aufgrund seines Sprintsieges bei der Verfolgung als Gejagter in die Loipe und das Rennen wurde wirklich spannend. Erst beim letzten Schießen patze der 27-Jährige und musste den Russen Anton Schipulin passieren lassen. Dieser sicherte sich am Ende den Sieg vor Schempp, der mit einem Rückstand von rund 10 Sekunden die Ziellinie überquerte. Dritter wurde der Norweger Johannes Thingnes Boe. Arndt Peiffer belegte einen starken 5. Rang, Andreas Birnbacher erreichte Platz 14. Erik Lesser und Benedikt Doll folgten auf den Rängen 18 und 23.