Siegerehrung: Sprintrennen der Damen

Die deutschen Biathleten haben gleich beim ersten Wettbewerb der Biathlon-Weltmeisterschaft in Oslo die erste Medaille geholt. Dank einer geschlossenen Teamleistung sicherten sich Franziska Preuß, Franziska Hildebrand, Arnd Peiffer und Schlussläufer Simon Schempp in der Mixed-Staffel die Silbermedaille.

Nach einem verhaltenen Beginn und zwei Fehlschüssen beim ersten Schießen stabilisierte sich DSV-Startläuferin Franziska Preuß, blieb beim zweiten Anschlag fehlerfrei und arbeitete sich von Platz 17 auf eine Spitzenplatzierung vor und übergab als Vierte auf Franziska Hildebrand. Dank einer starken Laufleistung in der Loipe machte Hildebrand ihre zwei Nachlader im ersten Schießen wett und konnte den führenden Athletinnen auf dem fünften Platz folgen. Mit einem Abstand von weniger als einer Sekunde kamen die ersten Läuferinnen an den Schießstand, Hildebrand blieb fehlerfrei und setzte sich an die Spitze des Feldes. Beim Wechsel auf Arnd Pfeiffer lag das norwegische Team dann einen Wimpernschlag vor dem DSV-Starter, der kurz darauf auch den Ukrainer an sich vorbeiziehen lassen musste. Dank nur eines Nachladers bei beiden Schussfolgen konnte der Läufer aus Wolfenbüttel den 2. Platz sichern, brach vor dem letzten Wechsel allerdings ein und übergab als Viertplatzierter auf Schlussläufer Simon Schempp. Dank guter Schieß- und Laufleistung arbeitete sich der 27-Jährige hinter Martin Fourcade auf den 2. Rang vor und vergrößerte den Abstand zu den drittplatzierten Norwegern zusehends. Zwar kämpfte Schempp beherzt gegen seinen Dauerkonkurrenten aus Frankreich, musste diesen aber am Ende ziehen lassen und sicherte dem DSV-Team mit einer bärenstarken Leistung die Silbermedaille.

Dahlmeier holt Bronze im Sprint
Am zweiten WM-Tag sorgte dann Laura Dahlmeier für einen weiteren Erfolg des DSV. Beim 7,5-Kilometer-Sprintrennen zeigte die 22-Jährige eine tolle Leistung und belohnte sich am Ende mit der Bronzemedaille. Das Rennen war geprägt von zahlreichen Führungswechseln, Schießfehlern und einem Klassement, das ständig durcheinandergewirbelt wurde. An der Spitze des Feldes blieb nur eine Starterin eiskalt: die Norwegerin Tiril Eckhoff, die bei beiden Schießeinlagen fehlerfrei blieb und allen anderen davonfuhr. Laura Dahlmeier zeigte beim ersten Anschlag Nerven und musste einmal in die Strafrunde. Das bedeutete Platz 19 und das vermeintliche Aus für den Traum von einer Medaille. Doch weit gefehlt. Mit einer fulminanten Laufleistung und einem fehlerfreien zweiten Schießen war der Podestplatz wieder in Schlagweite. Vor der letzten Runde noch Vierte zog die 22-Jährige noch an der auf Rang 3 liegenden Top-Favoritin Gabriela Soukalova aus Tschechien vorbei und fuhr mit einem unglaublichen Vorsprung von 20 Sekunden auf das Podest. Den Sieg sicherte sich Tiril Eckhoff aus Norwegen vor Marie Dorin-Habert aus Frankreich.

Biathlon auf Schalke Sieger Fourcade nicht zu stoppen
Enttäuschender aus Sicht des DSV verlief das Sprintrennen der Herren. Bester Deutscher wurde Arnd Peiffer auf den 7. Platz, gefolgt von Simon Schempp auf Rang 8. Den Sieg sicherte sich dank einer bravourösen Leistung Martin Fourcade, der im letzten Jahr auch beim Biathlon auf Schalke allen anderen davonfuhr. Er blieb am Schießstand fehlerfrei und gewann den Sprint mit einem Vorsprung von knapp 27 Sekunden auf den Altmeister und Lokalmatadoren Ole Einar Björndalen. Dritter wurde der Ukrainer Sergey Semenov.

Deutsche Herren auch im Verfolgungsrennen ohne Chance
Ebenfalls leer gingen die deutschen Herren beim Verfolgungsrennen am Sonntag. Mit Platz 7 wurde Erik Lesser bester Deutscher. Abermals nicht zu schlagen war Martin Fourcade, der sich in seinem dritten Rennen die dritte Goldmedaille am Holmenkollen sicherte. Mit einer bemerkenswerten Dominanz fuhr der 27-jährige Franzose allen davon und verwies das norwegische Duo Ole Einar Björndalen und Emil Hegle Svendsen auf die Plätze 2 und 3.

Dahlmeiers Goldrennen
Für ein spektakuläres Rennen sorgte einmal mehr Laura Dahlmeier. Beim Verfolgungsrennen der Damen fuhr die 22-Jährige herausragend und bleib bei 20 Schüssen fehlerfrei. Das bedeutete am Ende den wohlverdienten Sieg und die Goldmedaille. Zwar setzte sich zu Beginn des Rennens die Norwegerin Tiril Eckhoff an die Spitze, musste nach dem ersten Schießen Laura Dahlmeier und Marie Dorin-Habert an sich vorbeiziehen lassen. Beim zweiten Schießen lag Dahlmeier knapp hinter der Französin, die sicher schoss und als Erste zurück in die Loipe ging. Die DSV-Starterin blieb ebenfalls fehlerfrei und damit Dorin-Habert auf den Fersen. Die Vorentscheidung fiel dann beim dritten Anschlag. Die Französin schoss als zuerst, spürte aber Dahlmeiers Atem im Nacken und verfehlte zwei Scheiben und musste in die doppelte Strafrunde. Die Deutsche hingegen traf fünf Mal ins Schwarze und ging mit einem 40-sekündigen Vorsprung vor den nun Zweitplatzierten Italienerin Dorothea Wierer ins letzte Rennviertel. Am Ende eines so herausragenden Rennens hatte die führende DSV-Starterin sogar noch die Zeit und Luft, die deutsche Flagge entgegenzunehmen und mit ihr über die Ziellinie und der Goldmedaille entgegen zu fahren.

Am Mittwoch geht es dann mit dem 15-Kilometer-Damen-Einzel weiter mit der Biathlon-WM in Oslo. Am Tag darauf folgt das Einzel der Herren über die 20 Kilometer.