Für Franziska Hildebrand ist es in diesem Jahr bereits der sechste Start beim Biathlon auf Schalke. Nachdem sie im vergangenen Jahr zusammen mit Erik Lesser einen fulminanten zweiten Platz belegte, möchte Hildebrand, die seit Jahren zu einer der Top-Athletinnen der Biathlonszene zählt, am 28. Dezember 2017 mit gleichem Partner nach dem großen Pokal greifen. Als Team gehen sie schon zum vierten Mal gemeinsam in die Loipe und verfolgen das Ziel, die Konkurrenz 2017 hinter sich lassen.

Geboren wurde Franziska Hildebrand 1987 in Halle (Saale). Bereits im Alter von fünf Jahren begann sie zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Stefanie mit dem Skilanglauf, wechselte im Alter von 11 Jahren aber zum Biathlon. Viele Jahre wurde sie von ihrem Vater Wolfgang Hildebrand trainiert, ehe sie ihren Wohnort von Köthen (Anhalt) nach Ruhpolding verlagerte, um fortan am dortigen Olympiastützpunkt zu trainieren.

Zunächst als Sommerbiathletin nahm Franziska Hildebrand erstmals 2002 bei einem Staffelrennen im Rahmen der Junioren-Weltmeisterschaft in Tschechien teil und wurde Siebte. Zu Beginn der Junioren-Europacup-Saison 2005/06 gab Hildebrand ihr internationales Debüt. Beste Resultate wurden anschließend ein Sieg im Sprint von Altenberg im Jahr 2006 sowie der Gewinn des Einzels in Obertilliach 2007. Aufgrund ihrer konstant starken Leistungen und ihres Gesamtsieges im IBU-Cup 2010/11 sowie guten Ergebnissen bei der deutschen Meisterschaft im Herbst 2011, bekam Hildebrand die Chance sich für die Weltcupmannschaft zu empfehlen. Ihren ersten Einsatz im Weltcupteam feierte sie noch im gleichen Jahr im schwedischen Östersund und belegte einen sensationellen sechsten Rang im Einzel.

Trotz guter Leistungen und des Rücktritts von Magdalena Neuner musste sich Hildebrand zum Anfang der Saison 2012/13 erneut für ihren Einsatz im Weltcup beweisen. Aufgrund durchwachsener Leistungen zu Beginn der Saison wurde ihr Platz zwischenzeitlich sogar anders vergeben, Hildebrand kämpfte sich allerdings wieder zurück in den Kader.

Für den Weltcup 2014/15 wurde sie hingegen schon früh nominiert und rechtfertigte dies mit fünf Top-10-Ergebnissen in den ersten fünf Einzelrennen.

Von da an lief es immer besser für die Sportlerin aus Sachsen-Anhalt und es folgten viele gute Platzierungen. Am 11. Dezember 2015 konnte sie im Sprint in Hochfilzen dann auch ihren ersten Weltcupsieg feiern und sicherte sich am Ende den fünften Rang im Gesamtweltcup, im Einzelweltcup sogar Platz 4. In der letzten Saison gewann sie bei den Weltmeisterschaften in Hochfilzen die Goldmedaille in der Staffel und erreichte im Gesamtweltcup einen neunten Platz.

Deutscher Doppelsieg im letzten Jahr

Bei der JOKA Biathlon World Team Challenge 2016 in der VELTINS-Arena feierte sie zusammen mit Erik Lesser um den anderen deutschen Team, Simon Schempp und Vanessa Hinz, einen deutschen Doppelsieg. Sie mussten sich nur knapp den Kontrahenten geschlagen geben. 2017 soll es auf dem Podium noch eine Stufe höher gehen und das treueste Team der Biathlon-WTC-Geschichte ruft zur Titeljagd auf. „Wer große Sprünge machen will, muss viel Anlauf holen“, sagt Hildebrand kämpferisch. Das Publikum darf sich also auf spannende Rennen freuen.