Historie

Schon seit 2002 treffen sich die Weltklasse-Biathleten bei der Biathlon-WTC jährlich in der VELTINS-Arena. Nicht etwa in den typischen Biathlon-Hochburgen wie Skandinavien, Sibirien, den Alpen oder in Thüringen, sondern in einem der größten Ballungsräume Europas, mitten in der Metropole Ruhr – der Stadt der Städte.

In der VELTINS-Arena auf Schalke – dort wo normalerweise die Fußballer des FC Schalke 04 ihre Heimspiele in der Bundesliga und Champions-League austragen findet jedes Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr das weltgrößte Biathlon-Spektakel statt. In einem Stadion, das dank der beeindruckenden Multifunktionalität innerhalb von wenigen Tagen von einem Fußballstadion zum Eishockey-Stadion, zur Handball-Halle oder zum Konzert-Saal und eben auch in eine Biathlon-Arena verwandelt werden kann. Die VELTINS-Arena unterstreicht damit ihre einzigartige Position als eine der modernsten Multifunktionsarenen Europas.

Die Idee zu diesem weltweit größten Biathlon-Event kommt von Herbert Fritzenwenger und wurde zunächst in Ruhpolding umgesetzt. Die TV-Anstalten waren auf der Suche nach einem kurzweiligen Fernseh-Format, das „zwischen den Jahren“ umgesetzt werden konnte. Und der ehemalige Biathlet und Langläufer (u.a. WM-Silber mit der Mannschaft 1989) erfand den Mixed-Staffel-Wettbewerb als inoffizielle Mannschafts-Weltmeisterschaft. Bis zu 5.000 Fans vor Ort und zwei Millionen TV-Zuschauer verfolgten in den 90er Jahren dieses Einladungsrennen. 
2001 dann war Herbert Fritzenwenger zu Besuch in Bottrop, um sich dort die neu entstandene Skihalle auf einer ehemaligen Abraumhalde des Steinkohle-Bergbaus anzuschauen.

Was er vor Ort sah, war beeindruckend. Viel beeindruckender aber war für ihn die ein paar Kilometer Luftlinie entfernt liegende Arena auf Schalke, die gerade fertig gestellt wurde. Seine Überlegung: Dort müsste zukünftig die Biathlon-WTC stattfinden. Eine verrückte Idee, die zunächst vor allem auf Skepsis stieß. Auch beim damaligen Schalke-Manager Rudi Assauer, der sich aber schnell begeistern ließ und seinem Team den Auftrag zur Umsetzung gab.

Die Premiere am 28. Dezember 2002 auf Schalke war in jeder Weise ein Erfolg: 35.000 Biathlon-Fans in der ausverkauften Arena – wegen des Schießstandes wurden zunächst fast 20.000 Plätze aus Sicherheitsgründen gesperrt – in der Spitze deutlich über fünf Mio. TV-Zuschauer bewiesen ein überragendes Interesse. Und das war berechtigt, denn ein spannender und hochklassiger Wettkampf sowie ein abwechselungsreiches Rahmenprogramm gepaart mit einem urigen Winterdorf von morgens 11 Uhr bis abends 23 Uhr war genau die richtige Mischung.

Nirgendwo sonst kann man die Top-Athleten so hautnah erleben, nirgendwo sonst herrscht eine dermaßen einzigartige Atmosphäre, die jeden WTC-Teilnehmer nachhaltig beeindruckt und zum „Wiederholungstäter“ werden lässt. Die Gelsenkirchener Arena bebte 2002, als Martina Beck und Michael Greis als Premierensieger vor Albina/Victor Maigourov (RUS) und Sanna-Leena Perunka/Vesa Hietalahti (FIN) feststanden.



In den Folgejahren wurde am Konzept gefeilt und das Ambiente optimiert: Sollte am Anfang noch Rindenmulch den nackten Betonboden in der VELTINS-Arena verdecken, der allerdings im TV-Bild unschön wirkte, vermittelt längst ein auf hunderte Euro-Paletten aufgebrachter weißer Teppich den Eindruck einer schneebedeckten Winterlandschaft – vervollständigt durch hunderte Tannenbäume aus dem nahegelegenen Sauerland. Und um die Zuschauerkapazität auf über 50.000 zu erhöhen, wird der Schießstand mittlerweile durch schusssicheres Glas abgegrenzt.

2010 dann eine weitere grundlegende Neuerung: der Einsatz von Lasergewehren. Ein Versuch, der zwar das Weglassen der Panzerglaswand hinter dem Schießstand erlaubte, aber die Athleten ebenso wenig begeisterte wie den Biathlon-Weltverband IBU. Dieser wünschte die Rückkehr zu den klassischen Kleinkalibergewehren, da für ihn die Biathlon-WTC auf Schalke Weltcup-Charakter hat und vergleichbare Bedingungen aufweisen sollte. Fortan wurde auf Schalke wieder „scharf geschossen“. Experimente gab es auch in Sachen Schneeproduktion. Letztendlich hat sich aber seit Jahren eine bewährte Partnerschaft mit der Skihalle Neuss entwickelt, in der alljährlich bereits ab Ende Oktober die benötigte Schneemenge auf der Piste am „Neusser Gletscher“ aufgetragen und dann über die Weihnachtsfeiertage nach Gelsenkirchen transportiert wird. Ein Spezialisten-Team der Skihalle sorgt dann in der VELTINS-Arena und auf dem Außengelände für optimale Bedingungen auf der rund 1,3 km langen Loipe.

Das bisherige Highlight in der Geschichte der Biathlon-WTC war das Jahr 2012. Ausnahme-Athletin Magdalena Neuner lief ihr offizielles Abschiedsrennen. Über 52.000 begeisterte Fans erlebten spannende Rennen und bewegende Momente. Über 5.5 Mio. Zuschauer verfolgten den Biathlon auf Schalke live im ZDF.

Im darauf folgenden Jahr schrieben die DSV-Youngster Laura Dahlmeier und Florian Graf ebenfalls WTC-Geschichte. Nach elf Jahren „Durststrecke“ für die deutschen Biathleten fuhren sie nach einem bis zur letzten Minute spannenden und spektakulären Rennen den Sieg ein.

2016 zur 15. Auflage folgte dann ein weiteres Highlight. Rund 42.000 begeisterte Zuschauer waren bei der Jubiläumsausgabe des Biathlon auf Schalke dabei und erlebten hautnah die Hochspannung in den Rennen und den Schießwettbewerben. Die weltcuptaugliche Strecke verlangte den Athleten eine erstklassige Leistung ab und am Ende setzten sich die beiden deutschen Teams mit Simon Schempp und Vanessa Hinz sowie Erik Lesser und Franziska Hildebrand durch. Einen deutschen Doppelsieg hat es zuvor bei diesem beliebten Wintersport-Highlight noch nicht gegeben.