Rückblick vom letzten Weltcup-Wochenende in den USA

Gabriela Soukalova heißt die Siegerin des Sprintrennens im amerikanischen Presque Isle. Die 26-jährige Tschechin überzeugte im gesamten Rennen, blieb trotz widriger Windbedingungen am Schießstand fehlerfrei und zeigte sich auch in der Loipe in Topform. Am Ende verzeichnete Soukalova ihren dritten Saisonsieg und fuhr mit einem deutlichen Vorsprung von 17,8 Sekunden vor der Überraschungszweiten Susan Dunklee aus den USA ins Ziel. Auf einen ebenso überraschenden 3. Platz schaffte es die Polin Krystyna Guzik, die sogar die französische Sprintweltmeisterin Marie Dorin Habert auf den 4. Rang verwies. Mit ihrem souveränen Sieg in Übersee festigt Gabriela Soukalova ihre Führung im Gesamtweltcup. Nichts mit dem Sieg und den Topplatzierungen zutun hatten die deutschen Starterinnen beim Sprintrennen. Luise Kummer belegte am Ende als beste Deutsche den 20. Platz. In Hinblick auf die kommende Biathlon-WM in Oslo hatte der Bundestrainer allerdings in Vorfeld des letzten Weltcupwochenendes der Saison entschieden, die deutschen Top-Athletinnen Laura Dahlmeier und Franziska Hildebrand zu schonen. Beide waren gar nicht erst in die USA gereist.

Ähnlich wie bei den Damen Gabriela Soukalova, dominierte beim Sprint der Herren Johannes Thinges Bö. Während sich mit Ole Einar Björndalen und Emil Hegle Svendsen zwei norwegische Top-Athleten den Überseetrip nach Presque Isle sparten, nutze der 22-Jährige seine Chance. Ohne Schießfehler und nach einem herausragenden 10-Kilometer-Rennen sicherte sich Bö vor Anton Schipulin und Martin Fourcade den Sieg. Erik Lesser verpasste trotz fehlerfreien Schießens den Sprung auf das Podest und wurde mit einem Rückstand von knapp 46 Sekunden Vierter. Arnd Peiffer belegte den 9. Rang, Benedikt Doll wurde Zwölfter. Staffel-Weltmeister Simon Schempp verzichtete aufgrund von Halsschmerzen auf seinen Start beim Sprint-Rennen.

Soukalova spitze – DSV-Athletinnen abgeschlagen
Gabriela Soukalova dominierte wie beim Sprint auch in der Verfolgung das gesamte Rennen. Aufgrund ihres Sprintsieges ging die Tschechin als Erste in die Loipe und führte das Feld bis zum dritten Schießen an. Aufgrund von drei Schießfehlern büßte sie anschließend aber ihre Führung ein und Dorothea Wierer konnte sich an die Spitze setzen. Doch als die junge Italienerin sich beim letzten Anschlag selbst auch drei Fehlschüsse leistete, war der Weg für Soukalovas Sieg bereitet. Am Ende fuhr die Gesamtweltcupführende mit einem Vorsprung von über einer halben Minute über die Ziellinie und verwies die Finnin Kaisa Mäkäräinen und die Französin Marie Dorin Habert auf die Plätze 2 und 3.

Beste DSV-Starterin wurde Franziska Preuß, die sich nach einem enttäuschenden Sprintrennen von Platz 36 immerhin bis auf Rang 14 vorarbeitete. Die weiteren deutschen Biathletinnen zeigten sich noch nicht in WM-Form: Luise Kummer belegte den 35., Miriam Gössner den 41. und Kathrin Horchler den 42. Platz.

Fourcade siegt in turbulentem Verfolgungsrennen
Hoch her ging es beim Verfolgungsrennen der Herren zu. Vorjahresweltmeister Erik Lesser startete von Platz vier in die Loipe und blieb den vorausfahrenden Johannes Thingnes Bö, Anton Schipulin und Martin Fourcade auf den Fersen. Zeitweise konnte sich Lesser bis auf Rang drei vorarbeiten, da Martin Fourcade beim Liegendschießen gleich zwei Mal patze. Der Norweger Bö hatte bis zum ersten Stehendanschlag schon 30 Sekunden Vorsprung, blieb fehlerfrei und zog weiter davon und auch Schipulin und Fourcade zielten sicher. Doch ausgerechnet Erik Lesser verfehlte gleich zwei Scheiben. Trotz zweier Strafrunden kam der 27-Jährige als Vierter zurück in die Loipe, hatte aber einen Zeitrückstand von 1:35 Minuten auf den Führenden.

Beim letzten Schießen sollte dann die Entscheidung fallen. Während Bö gleich zweimal patzte, blieb Fourcade fehlerfrei und setzte sich an die Spitze. Schipulin musste einmal in die Strafrunde und reihte sich am Ende als Dritter hinter Fourcade und Bö ein. In dieser Reihenfolge fuhren die drei Athleten auch ins Ziel: Fourcade siegte vor dem Norweger Johannes Thinges Bö und dem Russen Anton Schipulin. Und wo blieb DSV-Fahrer Lesser? Er zielte beim letzten Schießen gleich drei Mal daneben und vergab mit seinen drei Strafrunden alle Chancen auf eine Top-Platzierung.

Arnd Peiffer stürzt schwer
Nach vier Schießdurchgängen war der auf Platz 11 liegende Arnd Peiffer bester Deutscher im Verfolgungsrennen. Doch konnte der 28-Jährige diese Platzierung nicht ins Ziel retten: Bei einer Abfahrt stürzte er schwer, durchschlug die Absperrung und prallte gegen einen gepolsterten Baum. Glücklicherweise verlor Peiffer nach dem heftigen Aufschlag nicht das Bewusstsein, bliebt aber mehrere Minuten benommen sitzen und wurde noch vor Ort von Betreuern behandelt, bevor er mit einer Halsmanschette auf einer Akia abtransportiert wurde. Am Ende hatte der DSV-Starter Glück im Unglück und kam mit einer mittelschweren Gehirnerschütterung und Prellungen davon.

Damen- und Herren-Staffel feiern Top-Platzierungen
Für ein versöhnliches Ende des Weltcup-Wochenendes in den USA sorgten am letzten Wettkampftag die beiden Staffeln. Die deutschen Herren fuhren bis auf den dritten Platz vor, den Sieg sicherte sich Norwegen vor Frankreich. Erik Lesser, Andi Birnbacher, Daniel Böhm und Benedikt Doll zeigten ein gutes Rennen, das aber auch immer wieder von kurzeitigen Tiefs und zahlreichen Nachladern beim Schießstand geprägt war. Am Ende setzte Schlussläufer Doll zu einer furiosen Aufholjagd an und schnappte sich rund einen Kilometer vor dem Ziel den bis dahin drittplatzierten russischen Schlussläufer und gab den erkämpften Podestplatz nicht mehr her.

Für ein absolutes Ausrufzeichen sorgte dann auch die deutsche Damen-Staffel. Mit einem hervorragenden Rennen straften Franziska Preuß, Luise Kummer, Miriam Gössner und Karolin Horchler alle Zweifler Lügen und fuhren auf den 3. Platz vor. Am Ende fehlte dem deutschen Quartett nur zwei Zehntel auf das zweitplatzierte Team aus der Ukraine. Den Sieg sicherten sich die Damen und Tschechien.